Beim Tierarzt: "Mieze, sag’ mal Aaaa".

Regelmässige Kontrollvisiten beim Tierarzt sind die Basis für ein langes, glückliches Katzenleben. Wie Sie es Ihrer Katze und dem Tierarzt leicht machen – hier erfahren Sie alles, was Sie über den Besuch beim Tierarzt wissen sollten.

Wie oft muss ich mit meiner Mieze zum Tierarzt gehen?
Und bei welchen Anzeichen unbedingt sofort...?
Was kann ich tun, damit Mieze sich beim Tierarzt sicher und geborgen fühlt…?

Jeder, der seine Katze so richtig lieb hat, hat sich diese Fragen sicher schon einmal gestellt. Hier erhalten Sie die Antworten. Wenn Sie nur einige einfache Grundregeln beherzigen, wird der regelmässige Besuch beim Tierarzt für alle Beteiligten zu einer ganz selbstverständlichen Routine. Und Sie haben jederzeit die Gewissheit, dass Sie alles für die Gesundheit Ihres kleinen Schützlings getan haben.

Im Gegensatz zu früher, als der Tierarzt sich hauptsächlich um Rinder, Schweine, Pferde etc. und nur nebenbei auch um Hund und Katze kümmerte, gibt es heute zahlreiche Tierärzte für Kleintiere. Alle zugelassenen Tierärzte – ob mit oder ohne den Titel "Dr. med. vet." – haben genauso lange studiert wie ihre Human-Kollegen. Auch die diagnostischen Möglichkeiten und Behandlungsmethoden unterscheiden sich nicht von denen der Humanmedizin. Es gibt Spezialisten für schwierige Fälle und Tierkliniken für die stationäre Behandlung, an die der "Haus-Tierarzt" in besonderen Fällen überweisen kann. So kann heute für die Gesundheit unserer schnurrenden Hausgenossen sehr viel getan werden.

Bei der Auswahl eines Tierarztes versetzen Sie sich einfach einmal in Ihre geliebte Katze. Um ihr z.B. unnötig lange Transportwege zu ersparen, sollte die Praxis möglichst nur "einen Katzensprung" von Ihrem Zuhause entfernt liegen. Langfristig das Wichtigste jedoch ist das Vertrauen zu Ihrem Tierarzt oder Ihrer Tierärztin, damit Ihre Katze und Sie sich dort gut aufgehoben fühlen. Die meisten Katzenhalter finden ihren Tierarzt übrigens durch Empfehlungen anderer Tierfreunde, aber ein kurzer Blick ins örtliche Branchenbuch führt Sie ebenfalls zu einer Tierarztpraxis in Ihrer Nähe.

Ab ins Körbchen und auf zum Tierarzt das ist die Devise, wenn Sie bei Ihrer Katze einen begründeten Krankheitsverdacht hegen. Folgende Merkmale sollten Sie genau beobachten und dem Tierarzt kurz, aber im Detail wiedergeben: verändertes Verhalten, Unsauberkeit, Appetitlosigkeit, stumpfes Fell, verklebte Augen, häufigeres "Aufs-Katzenklo-Gehen" oder was sonst anders ist als gewohnt. Bei grösseren Wunden und Knochenbrüchen versteht sich ein Tierarztbesuch von selbst.

Natürlich gilt auch für Katzen: Vorbeugen ist die beste Medizin. Das heisst konkret: jährliche Impfungen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche, Leukose und Tollwut (bei Katzen, welche die Wohnung verlassen!), Wurmkuren (vorsorglich bis zu 4 x im Jahr) sowie eine jährliche Vorsorgeuntersuchung. Letztere ist sehr zu empfehlen und umfasst eine genaue Bestandsaufnahme vom Ernährungszustand über diverse Laborwerte bis hin zur Zahnuntersuchung. Tierärzte sind nämlich auch Zahnärzte; z.B. entfernen sie, wenn nötig, schon mal Zahnstein an Büsis kleinen Zähnen. Ganz wichtig: Alles, was der Tierarzt macht, sollte ab der ersten Impfung mit etwa 8 Wochen in einem "Gesundheitspass" genauestens festgehalten werden. Das erleichtert spätere Diagnosen erheblich – besonders, wenn Sie Ihren Tierarzt einmal wechseln müssen.

Ihrer Mieze zuliebe: Gehen Sie mindestens 1 x im Jahr zum Tierarzt! Abgesehen von der Auffrischung des Impfschutzes ist das wichtig, damit sich Ihre Katze an die Tierarztpraxis gewöhnen kann. Andererseits lernt so auch der Tierarzt Ihre Katze näher kennen. Das wiederum ist für Diagnose und Behandlung von grossem Vorteil. Deshalb sollten Sie auch möglichst immer zu einem Tierarzt gehen – so wie wir zu unserem Hausarzt.

Viele Katzenbesitzer kennen das: Katzen spüren es regelrecht, wenn es zum Tierarzt gehen soll. Und aus dem verspielten, mutigen "Minitiger", der eben noch einer Stoffmaus das Fürchten lehrte, wird plötzlich ein ängstliches, kleines Miezekätzchen. Sprechen Sie beruhigend mit Ihrer Katze, wenn Sie sie bequem auf einer Decke im Tragekorb untergebracht haben.

Vor dem Praxisbesuch sollten Sie eine genaue Terminabsprache mit dem Tierarzt treffen, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Wichtig ist, dass die Hauptbezugsperson die Katze persönlich zum Tierarzt begleitet. Denn sie kann den kleinen Patienten am besten beruhigen und dem Tierarzt die notwendigen Informationen zu seinen Gewohnheiten und seiner Gesundheit geben. Änderungen im Verhalten z. B. können ein Anzeichen für eine organische Erkrankung sein. Man macht sich also keineswegs lächerlich, wenn man dem Tierarzt erzählt, dass Mieze sich neuerdings immer versteckt.

Im Behandlungszimmer setzt am besten die Tierarzthelferin (oder Sie) die Katze auf den Behandlungstisch und hält sie während der Untersuchung auch fest. Vergessen Sie nicht, möglichst während der gesamten Zeit ruhig mit der Katze zu sprechen. Nach der Diagnose gibt Ihnen der Tierarzt in der Regel gleich die notwendige Medizin sowie genaue Anweisungen für die Weiterbehandlung zu Hause.

Wenn Sie mit Ihrem kleinen Patienten wieder zu Hause sind, lassen Sie ihn am besten erst mal in Ruhe und beobachten "unauffällig", wie er sich verhält, ob er frisst usw. (Bei operativen Eingriffen ist es sinnvoll, sich einen Tag Urlaub zu nehmen.) Halten Sie sich ganz genau an die Anweisungen des Tierarztes, z.B. die Dosierungen von Medikamenten in bestimmten Abständen. Das gleiche gilt für eine gezielt vom Tierarzt verschriebene Diäternährung. Sie kann ein sehr wichtiger Teil der Therapie sein, denn kranke Katzen benötigen eine andere Nahrung als gesunde. Besonders wichtig: Da kranke Katzen oft nur ungern fressen, muss das spezielle Diätfutter besonders schmackhaft sein.

Bei soviel Liebe und Pflege wird Mieze schon bald wieder gesund und munter sein…

Wichtige Tips zum Thema Tierarzt:

  • Der regionale tierärztliche Notdienst ist in vielen Tageszeitungen ausgedruckt, ansonsten meist über den Anrufbeantworter Ihres Tierarztes in Erfahrung zu bringen.
  • Erste Hilfe bei Wunden und Knochenbrüchen: Sofort die Katze in eine Decke hüllen, behutsam in einen grossen Karton legen und zum Tierarzt bringen.
  • Kleine Kätzchen und zugelaufene Katzen gehören gleich zum Tierarzt, um den Gesundheitszustand zu prüfen und sie evtl. impfen zu lassen.
  • Erfragen Sie am besten vor einer Behandlung die voraussichtlichen Kosten.
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Impfen - wogegen, wann?

Durch den Gebrauch von Impfungen wurde die Häufigkeit (Inzidenz) und Ernsthaftigkeit von ansteckenden Krankheiten stark reduziert. Durch die Impfung wird in der Katze ein komplizierter Prozess ausgelöst, bei dem ihr Abwehrsystem aufgefordert wird, die eingeschleusten fremden Proteine (Antigene) zu erkennen und biologische Abwehrkräfte (Antikörper) zu produzieren. Diese Antwort ihres Immunsystems beschützt die Katze künftig vor den im Impfstoff vorhandenen Erregern.

Kein Impfstoff ist 100% wirksam gegen alle Stämme von infektiösen Erregern. Trotzdem werden die meisten geimpften Katzen immun gegen diese Krankheiten. Der richtige Gebrauch von Impfungen wird die meisten Katzen von den zum Teil fatalen Folgen dieser Krankheiten bewahren.

Es ist wichtig, schon Jungtiere zu impfen und die Impfung innerhalb weniger Wochen zu wiederholen, damit sie gegen die Krankheit eine Immunität bilden können. Kleine Katzen erhalten durch die Muttermilch Antikörper. Dies wird "Immunität durch die Mutter" genannt. Diese Antikörper verlieren ihre Wirkung zwischen 6 und 10 Wochen. Deshalb werden die Kätzlein in dieser Zeit zum ersten Mal geimpft. Damit die Immunisierung sicher stattfindet und die Jungkatze genügend Antikörper bilden kann, impft man sie im Abstand von 3 Wochen nach. Werden die Jungtiere zu früh geimpft, verhindern die durch die Muttermilch erhaltenen Antikörper eine Immunisierung gegen die Krankheit. Erst wenn die Immunität durch die Mutterkatze nachlässt, können die Kätzlein erfolgreich geimpft werden.

Ein geimpftes Kätzlein kann Reaktionen zeigen wie Müdigkeit, Appetitmangel, Niesen oder wässerige Augen. Diese Anzeichen sind vorübergehend. Schonen sie ihre frisch geimpfte Katze vor körperlicher Anstrengung und Unruhe, damit sie sich schnell erholen kann.

Erhältliche Impfstoffe sind der Lebend-Impfstoff und der Tot-Impfstoff. Beim Lebend-Impfstoff wird die gleich hohe Immunität hervorgerufen wie bei einer Infektion mit der Krankheit, ohne die gleichen Symptome hervorzurufen. Lebend-Impfstoffe können nicht bei trächtigen Tieren verwendet werden. Von vielen Tierärzten und Züchtern wird der Tot-Impfstoff vorgezogen, weil das Virus bei dieser Art von Impfung nicht aktiv werden und sich replizieren kann. Der Impfstoff ist für das Tier sicherer, weil sich das Virus nicht ausbreiten kann. Den gleich hohen Schutz gegen eine Infektion wie bei der Lebend-Impfung bietet sie aber nicht.

Impfplan

 

Krankheit Erstimpfung Nachimpfung Wiederholungsimpfung
Katzenseuche 9. Lebenswoche 12. Lebenswoche jährlich
Katzenschnupfen 9. Lebenswoche 12. Lebenswoche jährlich
Katzenleukose FeLV 9. Lebenswoche 12. Lebenswoche jährlich
Bauchwassersucht FIP 16. Lebenswoche* 20. Lebenswoche jährlich
Tollwut 12. Lebenswoche** 16. Lebenswoche** jährlich***
Calicivirus 9. Lebenswoche 12. Lebenswoche jährlich
Chlamydiosis 9. Lebenswoche 12. Lebenswoche jährlich
Tetanus nach Verletzungen    

*)     Dies ist leider in endemischen Gebieten bereits zu spät!
**)   Günstig ist eine Kombination mit der FIP-Impfung in der 16. und 20. Lebenswoche.
***) Je nach Impfstoff reicht auch alle drei Jahre (Ihr Tierarzt gibt hierzu Auskunft).

Für die FeLV- und FIP- Impfung ist ein vorhergehender Bluttest zwingend notwendig.

Für Katzen-Aids FIV, Katzenpocken, Tuberkulose, Mikrosporie, und die Aujeszkysche Krankheit gibt es bis heute leider keine Impfung!

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Abszesse

In vielen Fällen, in denen Katzen mit Fieber, Schmerzen und Apathie beim Tierarzt vorgestellt werden, handelt es sich um lokale Eiteransammlungen, auch Abszesse genannt. Die Ursache sind meistens Bisswunden, welche gerade bei rivalisierenden Katern keine Seltenheit sind. Bisswunden werden vorwiegend am Kopf, Nacken und Schwanz eingefangen. Diese Bisswunden werden in der Regel nicht so schnell entdeckt, da die Katzen die Wunde sauber ablecken. Erst ein bis zwei Wochen später tritt an der Bissstelle eine weiche, sich heiss anfühlende und mit der Zeit grösser werdende Hautschwellung auf. Das ist ein deutliches Indiz dafür, dass sich unter der Haut Eiter angesammelt hat. Verursacht wird die Eiterbildung durch weisse Blutkörperchen, die als Abwehrzellen die in der Bisswunde eingedrungenen Bakterien abtöten sollen. Anstatt aber die Bakterien zu besiegen, geschieht genau das Gegenteil: Es werden massenhaft weisse Blutkörperchen mit Bakterien eingeschmolzen, und so entsteht eine gelbe, zähe und übel riechende Flüssigkeit, welche man als Eiter bezeichnet.

Oftmals bemerken die Katzenbesitzer den Abszess erst, wenn er nach aussen aufbricht und die zähe Flüssigkeit ausläuft. Es bleibt ein beachtliches Loch, welches nach dem Eiterausfluss auch bluten kann. Hat sich einmal der Eiter nach aussen entleert, dann tritt in vielen Fällen spontan eine Heilung ein; der Abszess kommt nie wieder. In manchen Fällen aber kann es zu einem Wiederauftreten der Infektion und sogar zu einer Ausbreitung im lockeren Unterhautgewebe kommen. Gelegentlich gelangen die Bakterien über die Blutbahn in innere Organe wie Leber, Gehirn und Niere und rufen eine lebensbedrohliche Septikämie hervor.

Die Behandlung besteht darin, so rasch wie möglich den Abszess zu spalten und anschliessend die Wundhöhle zu säubern. Hat sich einmal Eiter gebildet, dann sind Antibiotika wirkungslos. Nur wenn vorzeitig eingegriffen wird, können Komplikationen verhindert werden. Die beste Möglichkeit einer Abszessbildung zuvor zu kommen, besteht darin, sofort beim Bemerken von Hautwunden, mögen sie auch noch so winzig sein, Antibiotika-Tabletten über einige Tage zu verabreichen. So spart man nicht nur Tierarztkosten, sondern bewahrt seine Katze auch vor späterer Krankheit.

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Parasitenbekämpfung - wie?

Parasiten sind z.B. Flöhe, Zecken, Haarlinge, Läuse, Milben. Sie fallen zuerst durch Juckreiz auf, können aber auch zu Allergien (Ekzeme) und Gesundheitsschädigungen führen.

Man bekämpft sie mit:

  • Sprays
  • Puder
  • Wirkstoffen, die über die Blutbahn eine fernhaltende oder abtötende Wirkung auf die Parasiten haben. Sie werden in Tropfenform auf die Haut zwischen den Schulterblättern gegeben.
  • oder mit neuartigen Substanzen, die über das Futter aufgenommen werden und das Tier vor Parasiten schützen.

Welche Behandlungsmethode in Ihrem Fall am besten ist, sagt Ihnen Ihr Tierarzt. Er hat Medikamente auf Vorrat. Es ist empfehlenswert, nicht selber herumzudoktern, sondern einen Fachmann zu fragen.

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Flöhe

Flöhe sind 2 - 3 mm grosse, seitlich abgeplattete Insekten. Ein Flohweibchen legt nach der Begattung mehrere hundert Eier, und zwar ins Fell der Katze oder in Teppiche, Bodenritzen, Polstermöbel, Katzenkörbchen, etc. Aus jedem Ei schlüpft nach vier bis zwölf Tagen eine Larve, die sich von organischen Abfällen wie Schuppen, Bandwurmeiern u.a.m. ernährt oder von Flohkot, der sehr viel unverdautes Blut enthält. Aus den Larven entstehen nach ca. zehn Tagen Puppen. Die Puppenruhe dauert je nach Umweltbedingungen (Temperatur, Feuchtigkeit) vier bis dreihundert Tage!

Aus der Puppe schlüpft wieder ein Floh, und der Kreislauf ist geschlossen. Eier, Larven und Puppen werden durch gewöhnliche Insektizide nicht abgetötet. Die Entwicklung der Larven kann durch neuartige Wirkstoffe in Sprayform gehemmt werden. Man erkennt einen Flohbefall an den Ausscheidungen der Flöhe, kleine schwarze "Krümchen", die wie dunkle Schuppen aussehen und sich im Fell der Katze befinden.

Beisst ein Floh zu, kommt es an der Einstichstelle zu einer lokalen Hautreaktion, welche immer mit Juckreiz einhergeht. Bei starkem Befall kann es schliesslich zu einem sogenannten Flohekzem führen. Katzen können durch den quälenden Juckreiz zur Aggressivität neigen. Ferner dienen Flöhe auch als Zwischenwirt für den Bandwurm. Die Belästigung durch Flöhe ist nicht unerheblich und macht eine konsequente Therapie erforderlich. Es gibt in Zoogeschäften Kontaktinsektizide, welche allerdings bei häufigem Gebrauch eine Resistenz der Flöhe auf die Mittel bewirken können. Besser sind die durch den Tierarzt kontrolliert abgegebene Medikamente. Gleichzeitig mit der Behandlung der Tiere muss eine effektive "Behandlung" der Wohnung erfolgen (Schlafplätze, Bodenritzen,...). Nach erfolgreicher Bekämpfung der Flöhe muss die Katze entwurmt werden. Man sollte ausserdem beachten, dass sowohl Flöhe, als auch Würmer den Organismus der Katze belasten und das Immunsystem schwächen.

Als Vorbeugung leistet ein Flohhalsband gute Dienste.

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Milben

Die im Bereich von Nasen- und Augengegend, Ohr oder äusserem Gehörgang in Haarwurzeln lebende Milbe steht verwandtschaftlich der Pferdemilbe sehr nahe. Sie wird für einige Hauterkrankungen bei der Katze verantwortlich gemacht. Eine Erkrankung, die im Volksmund als Stachelbeerkrankheit oder Herbstbeisse bekannt ist, tritt vorwiegend im Herbst auf. Hier ist ruft nur die Larve Krankheitserscheinungen hervor, nicht dagegen die Milbe selbst. Der Mensch kann vorübergehend durch Larven oder Jungmilben befallen werden.

Die im Gehörgang lebenden Milben rufen dort sehr starken Juckreiz hervor und bewirken im Laufe der Zeit die Absonderung eines schwarzen, typischen Sekrets. Die erkrankten Katzen schütteln häufig den Kopf. Oft reiben sie die Ohren auffällig und verursachen sich selbst durch intensives Kratzen eiternde Wunden. Der mit dieser Infektion verbundene Juckreiz kann auch nach sehr sorgfältiger Reinigung der Gehörgänge und der vollständigen Beseitigung der Milben noch einige Wochen anhalten. Dies ist auf eine allergische Reaktion der Haut auf ein Sekret der Milben zurückzuführen. Das von den erkrankten Tieren durch Kopfschütteln oder Kratzen in die Umgebung verstreute milbenhaltige, trockene Sekret kann infektionsfähige Milben oder deren Eier über viele Wochen enthalten. Für die Übertragung kommen sowohl der direkte körperliche Kontakt, die Berührung mit infizierten Sekreten oder Lagerstätten und die Verschleppung der Milben durch Flöhe in Frage.

Nach frischer Infektion sind die Milben mit einer Lupe in dem Gehörgang leicht zu erkennen. Oft sieht man deutlich ihre Fortbewegung auf der hellen Haut des Gehörganges. Später sind sie schwer zu erkennen, da der Gehörgang durch das schwarze Sekret verunreinigt ist.

Die Milben widerstehen oft für lange Zeit einer Therapie. Dies liegt daran, dass es schwierig ist, die Gehörgänge befallener Katzen gründlich zu reinigen und damit dem örtlich wirkenden Medikament den Zutritt zu den Milben zu verschaffen. Oft ist der Behandlungsabstand nicht kurz genug. Die tägliche Verabreichung eines Medikamenten-gemischs (Penochron oder Orisel) hat sich bewährt. Manche Katzen reagieren auf die Anwendung von Orisel kurzzeitig mit einer Reizung des Innenohres, wodurch Speicheln und Gleichgewichtsstörungen hervorgerufen werden können. Mitunter scheinen die Milben auch während der Behandlung aus den Gehörgängen zeitweise auszuwandern und an anderen Körperstellen in der Umgebung der Ohren und an der Schwanzspitze zu leben. Besonders dann, wenn die Katze beim Schlafen die Schwanzspitze in ihre Ohrmuschel hereinragen lässt, kann es ständig zu Reinfektionen kommen. Bei hartnäckigen Fällen sollte daher immer eine Ganzkörperbehandlung mit einem für Katzen verträglichen Antiparasitikum in Erwägung gezogen werden.

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Haarlinge

Der zu den Hexapoden gehörende, bis 1,3 mm lange, plumpige Katzenhaarling besitzt einen fünfeckigen Kopf, welcher vorne spitz ausläuft. Er ist von hellgelber Farbe. Seine Entwicklung vollzieht sich als unvollkommene Metamorphose, welche von der Eiablage bis zum geschlechtsreifen Parasiten drei bis fünf Wochen benötigt.

Die Ansteckung erfolgt durch Kontakt mit befallenen Tieren. Die Haarlinge beunruhigen ihre Wirte durch ihr stetes Umherkriechen. Sie ernähren sich von Hautschuppen oder Sekreten und verursachen bei starkem Befall Haarausfall und Ekzeme an Kopf, Hals und Rücken. Der Nachweis geschieht durch die Feststellung der sichtbaren Lästlinge. Haarlinge können Zwischenwirte für den Hundebandwurm sein.

Ihre Bekämpfung ist mit allen für die Katze verträglichen Insektiziden möglich, wobei eine Nachbehandlung 10 - 12 Tage später notwendig ist, weil die meisten Präparate keine oder nur unzureichende Wirkung auf die Eier besitzen.

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Zecken

Was ist eine Zecke?

Die Zecke (Ixodidae) ist ein Spinnentier aus der Ordnung der Milben. Sie ist 2mm bis 1 cm gross, flachgedrückt und besitzt einen sehr dehnbaren Körper mit acht Beinen. Die Weibchen ernähren sich vom Blut von Säugetieren, Vögeln und Reptilien, auf deren Körperhaut sie sich festsaugen. Dabei schwellen die kleinsten Arten von kaum 2 mm auf die Grösse einer Kaffeebohne an. Das erste Unterkieferpaar ist zu einem perfekten Saugapparat umgebildet. Die Kieferfühler dienen dabei als Haft- und Stechorgane. Mit ihnen sticht die Zecke ihr Opfer. In der Schweiz weit verbreitet ist die gemeine Zecke (gemeiner Holzbock, Ixodes ricinus), in Deutschland, Frankreich und Italien auch noch die Saumzecke (argas reflexus).

Wie kann man vorbeugen?

Ein Zeckenhalsband bietet einen zeitlich begrenzten Schutz. Auch können flüssige Zeckenschutzmittel angewendet werden.

Was tun bei einem Zeckenbiss?

Entfernen sie die Zecke möglichst schnell. Man sollte Zecken mit eine spitzen Pinzette möglichst im Halsbereich fassen und dabei nicht zerquetschen oder ausquetschen. Dann sollte man sie für etwa 60 sec. unter Zug halten. In der Regel lassen sie dann von selbst los. Sie geraten nämlich unter "Stress". Dies bewirkt, dass sie den Speichelzement, mit dem sie ihre Kiefer so erstaunlich fest im Wirt verankern können, blitzschnell auflösen und die Kiefer zurückziehen. So lassen sie sich recht leicht und meist vollständig herauslösen. Wenn man die Zecke am Rumpf quetscht - z. B. beim "Herausdrehen" - dann geraten vermehrt Borrelien (Leben im Darm der Zecken) in den Wirt.
Die Entfernung mit Hilfe von Öl (oder Salz) gilt als veraltet. Auf keinen Fall Zecke mit Nagellack bepinseln. Bleiben die Beine in der Haut haften, sollte man sie entfernen lassen.

Warum muss man eine Zecke entfernen?

Je länger eine infizierte Zecke an seinem Opfer saugen kann, desto eher wird es mit einer Krankheit angesteckt. Die Zecken selber machen zwar nicht Krank, sie sind aber gelegentlich mit Viren und Bakterien infiziert, welche dann Krankheiten auslösen können.

Welche Krankheiten können übertragen werden?

Es kommen insbesondere zwei Krankheiten in Betracht:

  1. Die Frühsommermeningoenzephalitis (FSME).
  2. Die Borreliose (Lyme-Krankheit).
  3. Neuerdings ist in der Schweiz auch mit der Verbreitung der Ehrlichiose zu rechnen!

Was ist die FSME und wie wirkt sie sich aus?

Die Frühsommermeningoenzephalitis ist eine von Zecken übertragene Hirnhaut- und Hirnentzündung, die vor allem im Frühsommer auftritt. Jede tausendste Zecke ist mit diesen Viren befallen. Ihre Verbreitung ist regional sehr unterschiedlich. Damit sich der Erreger in einer Gegend ausbreiten kann, ist eine Mindesttemperatur von durchschnittlich acht Grad erforderlich. Die Krankheit tritt beim Menschen selten auf, kann aber einen sehr schweren Verlauf nehmen. Gegen die Zeckenenzephalitis kann man sich impfen lassen. Nackenschmerzen, Kopfschmerzen und Fieber sind die ersten Krankheitszeichen. Eine sofortige Behandlung durch den Arzt ist unumgänglich!

Was ist die Zecken-Borreliose und wie wirkt sie sich aus?

Die Zecken-Borreliose wird auch Lyme-Krankheit genannt, da in der amerikanischen Stadt Lyme, Connecticut, zum ersten Mal der Zusammenhang zwischen gehäuften Gelenksentzündungen und Zeckenstichen erwiesen wurde. Der Erreger, ein Bakterium, wurde nach seinem Entdecker Burgdorferi genannt.

Jede fünfte Zecke ist mit Borrelien befallen. Ihre Verbreitung ist praktisch weltweit, mit regionalen Schwerpunkten. Die Borreliose ist die häufigste von Zecken übertragene Krankheit. Die Krankheit hat drei Stadien, die aber nicht immer alle durchlaufen werden:

  1. Die Wanderröte. Die Stichstelle rötet sich und bleibt mehrere Wochen sichtbar. Die Wanderröte wird nur bei der Hälfte der Erkrankungen festgestellt.
  2. Neurologische und Herz-Symptome, Augenmanifestationen oder Allgemein-beschwerden stellen sich ein.
  3. Monate bis Jahre nach dem Zeckenstich treten Gelenkbeschwerden (eine Art von Arthritis) auf.

In ganz seltenen Fällen kann es zu einer chronischen Enzephalitis kommen.

Ist die Lyme-Borreliose behandelbar?

In jedem Stadium kann man die Kranken mit Antibiotika behandeln und heilen.

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Eingeweidewürmer

Eine frühzeitige Entwurmung der jungen Katzen wird bereits beim Züchter begonnen und sollte in regelmässigen Abständen fortgesetzt werden. Bei Katzen, die nach draussen dürfen, sollte eine Wurmkur viermal im Jahr im Abstand von 3 Monaten vorgenommen werden. Bei reinen Wohnungskatzen empfiehlt sich, mindestens zweimal im Jahr eine Wurmkur vorzunehmen, und zusätzlich regelmässige Kotuntersuchungen nach Wurmeiern durchführen zu lassen. Es gibt unterschiedliche Entwurmungsprogramme. Voraussetzung: regelmässige Kot-Kontrolle. Bandwürmer werden hauptsächlich durch Flöhe übertragen.

Man bezeichnet die Lehre von den Eingeweidewürmern als Helminthologie und die Erkrankungen als Helminthosen. Gerade bei Jungtieren können die Würmer erhebliche Krankheitserscheinungen hervorrufen, da sie keine Immunabwehr dagegen besitzen. Es gibt aber auch ältere Katzen, die während ihres ganzen Lebens nie wurmfrei werden. Wenn Freigänger nachts im Bett schlafen, können die Würmer auf den Menschen übertragen werden. Auch bei Kleinkindern ist Vorsicht geboten. Deshalb sollte jede Katze regelmässig entwurmt werden.

Einige Wurmerkrankungen:

Grubenkopf- oder Fischfinnenbandwurm

Der Grubenkopf- oder Fischfinnenbandwurm zählt zu den längsten Bandwürmern überhaupt und ist an den 2 Sauggruben am Kopf zu erkennen. Der Wurm gibt ständig Eier ab, die allerdings sofort ins Wasser gelangen müssen. Dort entwickeln sich dann Larven, welche von einem Ruderfusskrebs aufgenommen werden müssen. Wird der infizierte Kleinkrebs von einem Fisch gefressen, dringt die Larve in die Muskulatur des Fisches ein und entwickelt sich dort weiter. Die Endwirte (Mensch, Katze, Hund) können sich durch den Verzehr des rohen oder ungenügend geräucherten Fisch infizieren.

Cyclophyllida

Dies ist der bei der Katze am häufigsten anzutreffende Bandwurm, da er sich ganz dem Wirtstier angepasst hat. Er kann sich aber auch in allen pflanzenfressenden Nutztieren entwickeln, welche die Eier aufgenommen haben. Nach der Infektion der Katze durch Finnen kommt es in 7 bis 10 Wochen zum Heranwachsen des bis zu 1 m langen Bandwurmes, der gelegentlich auch spontan ausgeschieden wird.

Taenia pisiformis

Dies ist eigentlich ein typischer Hundebandwurm, allerdings kann auch die Katze infiziert werden, wenn sie entsprechende Zwischenwirte aufnimmt (Hasen, Kaninchen, andere Nager).

Hydatigera taeniaeformis

Dies ist der typische Katzenbandwurm. In manchen Gegenden sind fast alle frei herumlaufenden Katzen infiziert. Ein Befall wird meist durch das Auffinden der mittelgrossen (6 - 8 x 3 - 4 mm), oft sehr beweglichen weissen Glieder im Kot festgestellt (Reiskörner). Der ausgewachsene Bandwurm hat eine Länge von 15 - 60 cm. Werden die weissen Glieder oder die im Kot befindlichen Eier von Nagetieren aufgenommen, so entwickelt sich in deren Leber eine Finne. Diese kann bereits im Zwischenwirt auf 30 cm heranwachsen und bandwurmähnlich aussehen. In der Katze bildet die Finne neue Glieder. Diese wachsen zwischen 5 - 11 Wochen. Danach werden sie ausgeschieden (7 - 34 Monate).

Echinococcus multilocularis

Dies ist der gefährlichste Bandwurm für den Menschen. Er bildet beim Menschen Zysten in der Leber, Niere und Lunge. Selten kommt es auch vor, dass er ins Gehirn eindringt.
Dieser Bandwurm zählt fünf Glieder und kommt vor allem bei Füchsen vor. In Süddeutschland wurden 1,4 % infizierte Katzen ermittelt. Er misst nur etwa 1,5 - 3,5 mm. Nur die reifen Endglieder können die doppelte Länge erreichen. Als Zwischenwirte kommen alle Nagetiere in Frage. Da dieser Bandwurm keine Glieder ausscheidet, und die Wurmeier sehr schwer zu identifizieren sind, lässt sich der Nachweis nur mit Hilfe einer Spezialuntersuchung des Kotes erbringen. Viele Tierärzte raten von einer Behandlung des infizierten Tieres ab; in endemischen Gebieten ist eine Therapie von Hunden und Katzen verboten.

Dipylidium canium

Ein Befall mit dem Hundebandwurm ist auch bei Katzen keine Seltenheit. Die Zestoden erreichen eine Länge von 50 cm. Die sehr beweglichen Glieder, welche ausgeschieden werden, sind 7 - 12 x 1,5 - 3 mm gross, können auch aktiv aus dem Anus herauskrabbeln und haben ein hellrosa - fleischfarbenes Aussehen. Auf dem Kot werden sie somit leicht erkannt. Die in gallertigen Paketen ausgeschiedenen Eier müssen von Flohlarven aufgenommen werden. In diesen bilden sich Zysten, welche die Reifung der Flohlarve zum Floh unbeschadet überstehen und nach 3 - 4 Wochen infektiös sind. Durch das Zerbeissen dieser infizierten Flöhe werden die Finnen frei und es kommt zur Besiedelung des Endwirtes, der dann nach 3 Wochen wieder neue Wurmeier ausscheidet. Bedeutsam ist die gelegentliche Empfänglichkeit des Menschen (Kinder!), in welchen dann der Bandwurm seine geschlechtsreife erreicht.

Katzenspulwurm (Toxocara mystax)

Der Katzenspulwurm gehört zu den Askaridosen. Er ist der häufigste Wurmparasit der Katze. Er wird 6 - 10 cm lang und lebt im Dünndarm. Sein Vorhandensein wird oft zuerst über spontan abgegangene oder erbrochene Würmer erkannt. Der Weg der Infektion ist sehr unterschiedlich, ihr wichtigster wohl aber über die Muttermilch. Deshalb wird jedes Jungtier als infiziert betrachtet. Nach der Aufnahme der Eier durch die Katze können 2 verschiedene Entwicklungswege beschritten werden.

  1. Gelegentlich gelingt es einigen Larven, bereits im Magen zu schlüpfen. Diese dringen dann direkt in die Magenwand ein und machen dort über die 2. und 3. Häutung ihre normale Weiterentwicklung durch. Anschliessend wandern sie in das Magenlumen zurück und siedeln sich mit der 4. Häutung im Dünndarm an.
  2. Meistens schlüpfen die Larven im Dünndarm und dringen durch die Darmwand in den grossen Blutkreislauf (venös) ein. Es kommt zu einer Verbreitung über den Blutweg in Leber, Herz und Lunge. Zur 4. Häutung kehren sie über die Luftröhre -> Rachenraum -> Magen zurück in den Darm um geschlechtsreif zu werden. Ein Teil der in die Lunge gelangten Larven bohrt sich in die arteriellen Gefässe und wird somit im Gesamtorganismus verteilt. Sie gelangen somit in die Körpermuskulatur und verkapseln sich dort. Während der Trächtigkeit werden sie aber aktiviert und führen somit zu einer Infektion der Welpen.

Eine weitere Möglichkeit einer Infektion ist die Aufnahme infizierter Wirte (Mäuse). Ohne weitere Körperwanderung bohren sich dann die larven in die Magenwand, durchleben dort zwei Häutungen und gelangen schliesslich in den Dünndarm. Die Entwicklung dauert zwei Monate.
Der Katzenspulwurm kann auch Menschen befallen, macht aber nicht so schwerwiegende Krankheisbilder wie der Hundespulwurm.
Die Therapie ist nicht schwer, die Würmer lassen sich gut bekämpfen. Allerdings sollte die Katze regelmässig entwurmt werden. Schon wegen der Ansteckungsgefahr des Menschen.

Magenwurm (Ollulanus tricuspis)

Der Magenwurm der Katze gehört zu den Trichostrongylosen. Er hat eine von der Norm abweichende Entwicklung, ist sehr klein (Weibchen: 0,8 - 1 mm; Männchen: 0,6 - 0,8 mm) und alle Untersuchungshilfen versagen völlig beim lebendigen Tier. Mit blossem Auge fällt er auch beim toten Tier nicht auf. Das Weibchen besitzt ein typisches fünfzackiges Hinterende. In ihrer Gebärmutter befinden sich sowohl befruchtete Eier als auch embryonierte Eier wie auch Larven. Die Larven werden erst nach der dritten Häutung in den Magen des Wirtes abgegeben. Sie sind also lebendgebärend. Nach fünf Wochen werden sie geschlechtsreif. Nachweisen kann man die würmer erst nach dem Tod des Wirtstieres in der Magenschleimhaut oder durch Untersuchung von Verdauung, welche durch künstliches Erbrechen provoziert wurde. Diese Magenwürmer werden nicht nur bei der Katze, sondern auch beim Hund, Schwein, Wildkatze, Fuchs, Gepard, Löwe oder Tieger gefunden. Die Infektion anderer Säugetiere geschieht durch die Aufnahme von erbrochenem, parasitenhaltigen Material. Eine schwache Infektion kann sich ohne Wirtswechsel innerhalb von zwei Monaten verzehnfachen. Bei der Katze führt die Infektion zu einer Magenschleimhautentzündung und damit bei langem Verlauf zu einer Verkalkung der Magenschleimhaut. In einigen schweren Fällen führt sie sogar zum Tod des Tieres. Bedauerlicherweise ist es sehr schwer, diesen Wurm ausreichend zu bekämpfen.

Hakenwurm (Ancylostoma tubaeforme)

Der Hakenwurm der Katze gehört zu den Ancylostomatosen. Er ist für diese Wirtsart spezifisch und tritt insbesondere bei Jungtieren auf. Die Infektion erfolgt entweder durch das aktive Eindringen der Wurmlarve durch die Haut oder durch infizierte Beutetiere. In Mäusen zum Beispiel können sich die Larven anreichern und ohne Weiterentwicklung monatelang infektiös sein. Schon drei Wochen nach der Infektion der Katze scheidet sie dann mit dem Kot wieder Hakenwurmeier aus. Zu dem Erscheinungsbild bei Jungtieren gehören: blutige Durchfälle, Anämie, Abmagerung und struppiges Haarkleid.

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Welche Diätnahrung für meine Katze ?

Was versteht man unter Diät?

Diät - das ist mehr als eine Abmagerungskur. Diät ist eine spezielle Form der Ernährung, eine bestimmte Zusammenstellung der täglichen Kost, die verschieden ist von jener gesunder Tiere. Nämlich - exakt abgestimmt auf die Bedürfnisse Erkrankter.

Gezielt vom Tierarzt verschrieben ist eine Diät ein wichtiger Teil der Therapie. Denn kranke Tiere benötigen eine andere Nahrung als gesunde.

Dass die Ernährung in einer engen Wechselbeziehung zur Gesundheit bzw. Krankheit steht, gehört bereits zu den ältesten Erkenntnissen der Medizin. Heute ist allgemein bekannt, dass über die Nahrung auch Krankheiten positiv beeinflusst werden können.

Denn Erkrankungen verursachen oft Stoffwechselstörungen, die - bleiben sie ernährungsmässig unberücksichtigt - nachhaltige Wirkungen auf den Krankheitsverlauf haben können. Diätfuttermittel sind daher speziell auf die vorhandenen oder zu erwartenden Stoffwechselsituationen optimal eingestellt. Eine Diät unterstützt oder beschleunigt den Heilungsverlauf, beseitigt oder schwächt Beschwerden bei chronischen Erkrankungen ab und kann sogar - bei entsprechend disponierten Tieren - eine Wiederkehr bestimmter Krankheiten verhindern.

Kranke Tiere brauchen eine spezielle Ernährung

Grundlage diätischer Massnahmen sind wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Ernährung gesunder Tiere. Die Diätvorschriften weichen dann in der Regel von der "normalen" Fütterung ab: Die Zufuhr bestimmter Nährstoffe wird erhöht oder verringert, krankheitsbedingten Mängeln oder Überempfindlichkeiten wird gezielt begegnet.

Das Wort "Diät" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet gesunde Ernährungs- und Lebensweise oder Schonkost. Unter dem Begriff "Diätetik" versteht man die Lehre von der Ernährung Kranker. Fütterungsmassnahmen verdienen nur dann die Bezeichnung "Diätetik", wenn sie gezielt der Beseitigung, Abschwächung oder Vorbeugung eines abnormalen oder krankhaften Körperzustandes dienen. Diätfuttermittel kommen vor allem zum Einsatz bei:

  • Nierenerkrankungen
  • Hauterkrankungen
  • vor und nach Operationen
  • Erkrankungen des Verdauungstraktes
  • mutterloser Aufzucht
  • Erkrankungen der ableitenden Harnwege
  • Übergewicht
  • sowie bei älteren Katzen

Diätfutter muss besonders gut schmecken

Wer es bereits selbst versucht hat, kennt die Problematik. Selbstbereitete Krankenkost schmeckt nicht! Einen menschlichen Patienten kann man durch vernünftiges Zureden zum Essen bewegen, beim Tier fruchtet das nicht. Schmackhafte Krankenkost zuzubereiten ist ein Kunststück. Tierbesitzer und Tierärzte kennen das Problem: Kranke Tiere fressen zumeist sehr ungern, und es ist besonders schwierig, sie zur Nahrungsaufnahme zu ermuntern. Diese Appetitlosigkeit ist aber besonders dramatisch. Durch die Fressunlust werden krankheitsbedingte Stoffwechselfunktionen verstärkt. Diätfuttermittel müssen daher zweierlei Anforderungen erfüllen. Sie müssen den veränderten Bedarf an Nährstoffen sicherstellen und besonders schmackhaft sein. Denn das beste und gesündeste Futtermittel nutzt nichts, wenn es das Tier nicht frisst. Daher ist es besonders wichtig, bei der Herstellung von Diätfuttermitteln nicht nur den therapeutischen Zwecken gerecht zu werden, sondern auch eine hohe Akzeptanz (= Aufnahmebereitschaft durch das Tier) zu gewährleisten.

Diätfutter - nur vom Tierarzt?

Entsprechend dem hohen therapeutischen Wert dieser Diätfuttermittel werden diese nur vom Tierarzt abgegeben. Dabei wird der Tierbesitzer auch auf die Besonderheiten der Diät, die Behandlungsdauer sowie weitere therapieunterstützende Massnahmen hingewiesen. Diätkuren sind nur dann sinnvoll, wenn sie auf einer fachlich abgesicherten Diagnose beruhen und laufend exakt überwacht werden. Wie so oft hängt der Erfolg einer Behandlung - auch bei einer Diät - von der Kooperation des Tierbesitzers mit dem Tierarzt ab. Ohne Ausdauer und Konsequenz ist jegliche Massnahme zum Scheitern verurteilt.

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Sicherheit im Haushalt

Unfallgefahren lauern nicht nur draussen, sondern auch im Haushalt. Hier liegt es jedoch an Ihnen, die Wohnung in ein möglichst sicheres Zuhause für Ihre Katze zu verwandeln. Häufigste Unfallursache ist das Kippfenster. Die Katze versucht durch den Spalt zu klettern, rutscht dabei jedoch am glatten Rahmen ab. Durch ihr eigenes Gewicht gelangt sie immer tiefer in die Enge und kann sich nicht mehr befreien. Doch keine Angst, so weit muss es ja nicht kommen, statten Sie Ihre Fenster mit Sicherungseinsätzen aus. Einen katzensicheren Balkon schafft man durch einfache Gitter oder Spezialnetze. So verhindert man, dass die Katze abstürzt oder wegläuft. Rankgewächse verschönern diese Vorsichtsmassnahme. Die übrigen, allseits bekannten Gefahren im Haushalt, wie z.B. Bügeleisen, Herdplatten, Wasch- und Spülmaschine, Haushaltsreiniger, giftige Pflanzen und Medikamente, können Sie durch Vorsicht und Bedacht fast vollständig ausschliessen.

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Vergiftungen

Es gibt eine Vielzahl von chemischen Verbindungen, welche für Katzen schädlich sein können. Aufgrund der besonderen Lebensgewohnheiten der Katze ist die Gefahr einer Vergiftung, im Gegensatz zu Hunden und Pflanzenfressern, nicht sehr gross. Die Katze lebt nach ganz bestimmten Gewohnheiten und zieht eine einseitige Ernährung einer abwechslungsreichen vor. Ausserdem ist die Art Nahrung, welche eine Katze überhaupt zu sich nimmt, verhältnismässig beschränkt. Daraus folgt, dass Köder mit Nagetiergiften, verdorbenes Futter, Abfälle oder andere Giftstoffe weniger von Katzen als von anderen Tierarten beachtet werden. Da die meisten Katzen ihr Futter gut durchkauen, haben sie die Möglichkeit, es abzuschmecken und, falls es ihnen widerwärtig erscheint, das Futter abzulehnen. Gefährlich ist jedoch das Jagen und Fressen von vergifteten Nagetieren oder die Aufnahme von Kontaktgiften bei der gründlichen Beleckung ihres Fells. Eine weitere Gefahrenquelle ist das Benagen von giftigen Zimmerpflanzen aus Neugierde oder mangels Katzengras. Vorsicht ist bei der Lagerung von Insektenschutzmitteln, Nagetiergiften, Frostschutzmitteln, usw. geboten. Neugierige Katzen untersuchen die Packungen oft sehr gründlich! Dass Katzen eine erhöhte Empfindlichkeit für viele Drogen haben, beruht zum Teil auf der niedrigen Leberstoffwechselrate.

Katzen können wie andere Lebewesen über den Magen-Darm-Trakt, über die Haut und über die Atemwege vergiftet werden. Die beiden erstgenannten treten in der Praxis öfter auf. Bei einer Vergiftung treten vorwiegend folgende Symptome auf: Erbrechen, Durchfall (oft mit Blut vermischt), Magersucht, Schmerzen im unteren Bauchbereich, Atem- und Kreislaufstörungen, Blausucht (Zunge, Zahnfleisch), Schock, Zusammenbruch, plötzlicher Verlust des Bewusstseins, Krampfanfälle. Meist treten mehrere der oben genannten Symptome gleichzeitig auf.

Einige Beispiele von Giftstoffen (Reihenfolge in der Häufigkeit des Auftretens):

Strychnin

Im Handel: stark eingeschränkt, jedoch von professionellen Betrieben häufig verwendet.
Anwendungsbereich: Rattengift.
Aufnahme im Körper: rasch durch den Darm.
Tödliche Dosis: 2,0 mg/kg.
Wirkungsbeginn: wenige Minuten bis Stunden.
Erste Symptome: Luftstrom und Händeklatschen lösen Krämpfe aus.
Wirkungsweise: Stimuliert das Nervensystem. Die gesamte Muskulatur ist verkrampft. Charakteristisch sind Streckstarre, Augäpfel sind starr fixiert, Pupillen sind maximal erweitert.
Todesursache: Komplette Lähmung, auch der Atmung.
Manifestation: Mageninhalt, Urin und Leber auf Strychnin untersuchen.
Prognose: günstig.
Therapie: Magenspülung, grosse Mengen Flüssigkeit durch Infusion, Wärmezufuhr, Geräuschvermeidung, evtl. künstlich beatmen.

Warfarin und andere Antikoagulantien, z.B. Cumarinderivate

Im Handel: frei verkäuflich. Sehr gebräuchlich.
Anwendungsbereich: Rattengift.
Aufnahme im Körper: rasch.
Tödliche Dosis: 5,0 mg/kg.
Wirkungsbeginn: erst, wenn eine Therapie nicht mehr möglich ist.
Erste Symptome: keine.
Wirkungsweise: Verhindert die Blutgerinnung, verursacht generalisierte Mikroblutungen, Gefässkollaps, Atmung erschwert, Puls schwach, blasse bis bläulich verfärbte Schleimhäute.
Todesursache: Inneres Verbluten.
Manifestation: Blut in Körperhöhlen, im Kot, im Urin.
Prognose: schlecht bis keine.
Therapie: Vitamin K innerhalb der Latentzeit.

Metaldehyd

Im Handel: frei verkäuflich.
Anwendungsbereich: Schneckenvertilgungsmittel.
Aufnahme im Körper: rasch.
Tödliche Dosis: 0,5 - 1,0 mg/kg.
Wirkungsbeginn: innerhalb Stunden.
Erste Symptome: Augenzittern, Speicheln.
Wirkungsweise: Koordinationsstörungen, Muskelzittern, Unruhe, starker Speichelfluss, Augenkrämpfe.
Todesursache: Atemstillstand.
Manifestation: Augenzittern, Muskelzittern, keine Körperkontrolle.
Prognose: kaum.
Therapie: Magenspülung, Sedierung, Natriumlaktat.

Natriumfluoracetat und Fluoracetat

Anwendungsbereich: Rattengift.
Aufnahme im Körper: sehr rasch, meist durch Beutetiere.
Tödliche Dosis: 0,3 - 0,5 mg/kg.
Wirkungsbeginn: mehrere Stunden.
Erste Symptome: Krämpfe, Unruhe, Kot und Urin werden abgesetzt.
Wirkungsweise: Stört den Zitronensäurezyklus. Erhöhung des Ammoniumspiegels.
Todesursache: Herzflimmern.
Manifestation: unspezifischer Sektionsbefund.
Prognose: keine.
Therapie: Sinnlos.

Thallium

Im Handel: eingeschränkt.
Anwendungsbereich: Rattengift.
Aufnahme im Körper: langsam durch Beutetiere.
Tödliche Dosis: 10,0 mg/kg.
Wirkungsbeginn: 1 - 4 Tage nach Aufnahme.
Erste Symptome: Erbrechen, Durst, fortschreitende Schwäche, Lethargie.
Wirkungsweise: Akute und chronische Verlaufsform. Akute Form: Abmagerung, röcheln, Atemnot. Chronische Form: Hautveränderung (trocknen, gerötet, haarlos, krustig) vorzugsweise am Kopf. Augenausfluss.
Todesursache: allgemeiner Gewebsuntergang, Herzversagen.
Manifestation: Hirnwasser, verfaulte Herz- und Skelettmuskeln, Nervenentzündung, Nierentumore.
Prognose: günstig.
Therapie: Bis 48 Stunden nach Einnahme des Giftes: Brechmittel, Magenspülung. Später: Preussisch Blau und symptomatisch.

Äthylenglykol

Im Handel: frei verkäuflich.
Anwendungsbereich: Frostschutzmittel, Photolabor.
Tödliche Dosis: 1,5 ml/kg gefährlich, 8 ml/kg absolut tödlich.
Wirkungsbeginn: 30 - 60 Minuten nach Aufnahme.
Erste Symptome: Angstzustände, Gleichgewichtsstörung, Erbrechen.
Wirkungsweise: Umwandlung im Körper in verschiedene Säuren, verbindet sich mit Kalzium, lagert sich in den Nieren ab.
Todesursache: Herzversagen, Lungenwasser, Harnverhaltung, Nervenschäden.
Manifestation: Nierenversagen, Lähmungen, Koma, Harnverhaltung, Blutharnstoff.
Prognose: erfolgsversprechend innerhalb von 6 - 24 Stunden nach Aufnahme des Giftes.
Therapie: Äthanol- und Natriumbikarbonat- Injektionen, Elektrolytlösungen.

Starke Säuren und Laugen

Im Handel: zum Teil frei verkäuflich.
Anwendungsbereich: Reinigungsmittel, Fettlöser.
Aufnahmeweg: Hautkontakt, orale Aufnahme.
Tödliche Dosis: unterschiedlich, je nach Mittel.
Wirkungsbeginn: langsam.
Erste Symptome: Hautverätzungen, Koliken, Übelkeit, Erbrechen.
Wirkungsweise: Äusserst schmerzhafte kahle Hautstellen bis zu Hautgewebszerfall. Rachenraumverätzung, Entzündungen des Nahrungsweges.
Todesursache: Übersäuerung des Körpers, Verhungern.
Manifestation: Sichtbefund (Verätzungen).
Prognose: günstig.
Therapie: Erbrechen auslösen. Magenspülung, Flüssigkeitszufuhr durch Infusion.

Rechtslage bei Vergiftung von Haustieren oder Kindern

Jeder Mensch hat das Recht, auf seinem Grundstück auszustreuen oder hinzulegen, was er will. Auch wenn dieses Grundstück frei zugänglich ist. Somit können auch frei verkäufliche Gifte ausgestreut werden, ohne jegliche Warnung durch Kennzeichnung. Sollte es zu eine Vergiftung von Haustieren oder Kindern kommen:
Bei Kindern kann man auf Körperverletzung mit Todesfolge klagen. Man wird aber wenig erfolg haben, denn fremde Kinder haben auf dem Eigentum Anderer nichts zu suchen. Somit dreht sich der Spiess um, Eltern haften für ihre Kinder beim Betreten fremder Grundstücke.
Bei Haustieren sieht die Lage noch schlechter aus. Tiere gelten nach dem Gesetz als Sache. Man könnte auf "Sachbeschädigung" klagen. Hat aber noch weniger Aussicht auf Erfolg, denn man darf seine eigenen Sachen nicht auf fremden Grundstücken belassen.
Wegen Arbeitsüberlastung der Justiz und der Polizei werden solche "Bagatellanzeigen" entweder gar nicht aufgenommen, wegen Geringfügigkeit eingestellt oder wegen mangelnder Beweise niedergeschlagen.
Nicht jeder Nachbar freut sich, wenn entweder wildlebende Katzen oder Freigänger sein Grundstück oder seinen Garten betreten. Oft greifen diese Menschen zur Selbsthilfe und streuen Gift.

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Giftige Pflanzen

Nicht alle Pflanzen sind gut für Katzen. Efeu, Tulpen, Yucca-Palmen, Maiglöckchen, Christrosen enthalten Gifte, die zu Übelkeit und Erbrechen führen. Die Beeren von Mistel und Stechpalme können Kollaps auslösen. Diffenbachia und Philodendron reizen die Mundschleimhaut. Alpenveilchen, Osterglocken, Märzenbecher, Schneeglöckchen und Oleander sind hochgiftig, können sogar tödlich sein. Bei Verdacht auf eine Vergiftung so schnell wie möglich zum Tierarzt.

Besonders bei Wohnungskatzen besteht die Gefahr, dass sie Zimmerpflanzen anknabbern, weil sie im Gegensatz zu frei lebenden Katzen kein Gras fressen können. Dieses brauchen sie bekanntlicherweise, um ihre verschluckten Haare wieder auszuwürgen. Deshalb sollte jede Wohnungskatze eine Schale mit Katzengras bekommen. Dann wird auch das Anknabbern von Zimmerpflanzen aufhören.

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